Können Unternehmen so wirtschaften, dass sie selbst und zugleich auch das Gemeinwohl davon profitieren? Der Carsharing-Anbieter teilAuto ist überzeugt davon. Seit Jahren verfolgt der Mobilitätsdienstleister eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie. Als erstes Unternehmen in Mitteldeutschland hat teilAuto nun eine extern geprüfte Gemeinwohl-Bilanz veröffentlicht. Neben ökonomischen Faktoren werden darin auch ökologische und soziale Belange bewertet. 

„Ein testierter Gemeinwohl-Bericht ist vergleichbar mit einem Geschäftsbericht, der durch externe Prüfer zertifiziert wurde“, sagt Michael Creutzer, einer der beiden Geschäftsführer. Allerdings ist das untersuchte Spektrum breiter. In einem Gemeinwohl-Bericht werden die Unternehmensaktivitäten in Bezug auf zwanzig Themen untersucht, darunter Menschenwürde in der Zulieferkette, soziale Haltung im Umgang mit Geldmitteln, Transparenz gegenüber Mitarbeitenden und Kundschaft sowie ökologische Auswirkungen durch die Nutzung des Produktes. 

„Ziel ist eine nachvollziehbare und ehrliche Einschätzung, wo sich ein Unternehmen im Hinblick auf das Gemeinwohl gerade befindet“, ergänzt Co-Geschäftsführer Patrick Schöne. Im Gemeinwohl-Testat werden Punkte auf einer Skala von -2.850 bis +1.000 vergeben. Sowohl Unternehmen, wie die Sparda Bank München und der Sportartikel-Hersteller Vaude, als auch Gemeinden und Bildungseinrichtungen haben sich auf diese Weise bereits auditieren lassen. 

Der mitteldeutsche Carsharing-Anbieter ist in seiner ersten Bilanz auf 454 Punkte gekommen. Ein sehr gutes Ergebnis für ein Wirtschaftsunternehmen. Besonders beim ökologischen Kundennutzen konnte teilAuto punkten. Auch der Bereich der sozial-ökologischen Mittelverwendung wurde hoch bewertet, da der Dienstleister in emissionsarme Carsharing-Wagen investiert, um den privaten Autobesitz zu reduzieren.

„Die Gemeinwohl-Bilanz zeigt, wie engagiert ein Unternehmen seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt. Wir spüren, dass Konsumentinnen und Konsumenten das zunehmend wissen möchten“, erklärt Michael Creutzer. „Gleichzeitig haben wir die Zertifizierung aber auch durchgeführt, um für öffentliche Auftraggeber bei Ausschreibungen attraktiver zu werden und Vergabekriterien besser bedienen zu können.“ Zwei Jahre ist das erstellte Testat gültig, danach muss neu bewertet werden. Ein Weg, den der mitteldeutsche Carsharing-Anbieter weitergehen möchte. 

teilAuto wurde 1992 in Halle an der Saale als ökologisch orientierter Verein gegründet. Mit wachsender Flottengröße wurde der Geschäftsbetrieb in die Mobility Center GmbH überführt, die seit 2004 das teilAuto-Angebot sowie seit 2018 auch die Carsharing-Marke „cityflitzer“ betreibt. Heute ist die Mobility Center GmbH in insgesamt 20 Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vertreten. Das Unternehmen stellt seinen  46.500 Nutzern rund 1.300 Gemeinschaftsfahrzeuge vom Kleinwagen bis zum Transporter bereit. Der Dienstleister ist neben der Gemeinwohl-Testierung auch durch das Umweltzeichen Blauer Engel zertifiziert. 

Weiterführende Infos

Die Gemeinwohl-Matrix ist ein Modell zur Organisationsentwicklung und Bewertung von unternehmerischen und gemeinnützigen Tätigkeiten. Sie beschreibt 20 Gemeinwohl-Themen inhaltlich und gibt Anleitungen zur Bewertung nach Gemeinwohl-Maßstäben. Die Gemeinwohl-Matrix ist die Basis für die Erstellung eines Gemeinwohl-Berichts.
Die Gemeinwohl-Matrix mit ihren zwanzig Themenfeldern ist die Basis für die Erstellung eines Gemeinwohl-Berichts.