Die Aussage, das Konzept Carsharing funktioniere lediglich in urbanen Ballungsgebieten, ist mittlerweile obsolet: So haben sich auch viele kleine und mittelgroße Städte auf den Weg gemacht, das Autoteilen einer möglichst breiten Masse zugänglich zu machen. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist das Interesse abseits der Großstädte ungebrochen. Ein Fazit für das Jahr 2021 und vier Erfolgsgeschichten.

Die Einrichtung eines neuen Carsharing-Standortes ist mit viel Arbeit verbunden und braucht vor allem Eines: Freiwillige vor Ort, die sich unter anderem um die Fahrzeuge kümmern und Neukund*innen akquirieren. Darüber hinaus sollte auch die Verwaltung das Vorhaben unterstützen, zum Beispiel mit Stellplätzen im Öffentlichen Straßenraum. Mitunter vergehen mehr als zwei Jahre von der Interessenbekundung bis zur Eröffnung der ersten Station – doch der lange Atem lohnt sich.

Auerbach im Vogtland macht vor, wie die Vernetzung von Öffentlichem Verkehr und Carsharing idealerweise funktionieren kann. Gestartet als betriebliches Carsharing für die Nutzung durch den Verkehrsverbund Vogtland (VVV), wurde das Angebot Anfang 2021 erweitert. Der Verkehrswende in kleinen Städten e.V. konnte im Rahmen seines Projektes LimA den VVV überzeugen, eins der beiden, ursprünglich unter der Woche komplett als Dienstwagen geblockten Fahrzeuge, nun für alle Nutzer*innen anzubieten. Das Ergebnis: Sowohl die Zahl der Kund*innen als auch die Auslastung der Fahrzeuge sind im Jahr 2021 deutlich gestiegen – im Vergleich mit anderen „kleinen“ Städten sogar mit dem besten Ergebnis.

Dessau-Roßlau ist ein weiteres Beispiel für die gelungene Etablierung des Carsharing-Angebots in mittelgroßen Städten. Mit über 140 Nutzer*innen hält das Wachstum in der Stadt, die für das Bauhaus bekannt ist, weiter an. Deswegen fiel 2021 die Entscheidung, das Angebot zu erweitern und neue Stadtteile zu erschließen. Mit der Eröffnung einer Station in Ziebigk stehen aktuell vier Fahrzeuge zum Autoteilen zur Verfügung.

Ein echtes Erfolgsmodell ist Freiberg in Sachsen: Initiiert von einer kleinen Gruppe Carsharing-Begeisterter ist die Stadt im Erzgebirge die Größte der „kleinen“ teilAuto-Städte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mit mehr als 250 Nutzer*innen und ab 2022 mit insgesamt sechs Fahrzeugen ist Freiberg weiter auf Wachstumskurs. Das Ziel für 2022 steht schon fest: Das erste E-Fahrzeug.

Erst im September 2021 hinzugekommen, ist Meißen mittlerweile die 23. teilAuto-Stadt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Hier stehen den Kund*innen insgesamt zwei Fahrzeuge an zwei zentralen Stationen in der Stadt zur Verfügung. Der Start hätte nicht besser ausfallen können: Bereits mehr als 50 Kund*innen nutzen das Angebot in Meißen, Tendenz weiter steigend. So wirkt sich unter anderem die Nähe zu Dresden und Radebeul positiv auf die Nutzung der Fahrzeuge aus.

Die Beispiele zeigen, dass Carsharing ein Modell für die Zukunft ist – auch für kleine und mittlere Städte sowie den ländlich geprägten Raum. „Dafür braucht es bei der Etablierung des Angebots einen langen Atem und den unermüdlichen Einsatz Freiwilliger“, fasst teilAuto-Regionalleiter Martin Schmidt zusammen. Diese leisten ehrenamtlich einen wertvollen Beitrag, damit das Autoteilen auch in kleinen Städten wirtschaftlich sinnvoll angeboten werden kann. „Für 2022 stehen schon die nächsten Interessent*innen in den Startlöchern, sodass wir in Zusammenarbeit mit dem Verkehrswende in kleinen Städten e.V. das Angebot auch in der Peripherie weiter ausbauen möchten“, so Schmidt weiter, der auch für die kleinen Städte verantwortlich ist.

Kontakt teilAuto:
Valeska Neubert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0345 44 500-112, E-Mail: neubert@teilauto.net

Über teilAuto:
Das Carsharing-Angebot teilAuto startete 1992 als ökologischer Verein in Halle an der Saale. Mit wachsender Flottengröße wurde der teilAuto-Geschäftsbetrieb 2004 in die Mobility Center GmbH überführt. Aktuell ist das Unternehmen mit seinem Gemeinschaftsauto-Angebot in insgesamt 23 Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vertreten. Seinen insgesamt 60.000 Nutzerinnen und Nutzern stellt es dabei rund 1.350 Gemeinschaftsfahrzeuge bereit. Die Dienstleistung ist mit dem Umweltzeichen Blauer Engel zertifiziert.

Kontakt Verkehrswende in Kleinen Städten e.V.:
Antje Böttcher, Projekt LimA – Landverkehr ist mehr als ein Auto. Radverkehr und Carsharing fördern, aber richtig!
Tel.: 0345 44 500-401, E-Mail: boettcher@verkehrswende-ev.de

Über Verkehrswende in kleinen Städten e.V.:
Ziel ist die Stärkung des Umweltverbundes in kleineren Kommunen, um deren Bewohnern die Realisierung einer umweltbewussten Mobilität zu ermöglichen. Darunter versteht der Verein einen multimodalen Verkehr, der durch ein intelligente Entscheidung zwischen dem Öffentlichen Verkehr, dem Rad, zu Fuß gehen und Carsharing entsteht. Ein wichtiges Ziel besteht darin, Menschen und Initiativen zu unterstützen, die ein Carsharing aufbauen möchten – v.a. in kleineren Kommunen. Der Verkehrswende e.V. agiert dabei unabhängig und überparteilich. Weitere Informationen unter: lima.verkehrswende-ev.de