Wo wir herkommen 

teilAuto wurde als gemeinnütziger Verein gegründet. Das war Anfang der Neunzigerjahre. Den Gründer*innen ging es um Nachhaltigkeit und den Verzicht auf ein eigenes Auto. Eine Idee, die immer mehr Zuspruch fand. Über die Jahre wuchs die Flotte und das Angebot wurde auf andere Städte ausgeweitet. Irgendwann war das Ganze als Verein nicht mehr zu stemmen. Deshalb wurde die Mobility Center GmbH gegründet, die ab 2004 die Marke teilAuto weiterführte. 

Das war für uns ein wichtiger Schritt und eine Herausforderung zugleich. Von einer GmbH wird erwartet, dass sie vor allem Gewinne erwirtschaftet. Die reine Gewinnmaximierung steht aber nicht selten in Konflikt mit den ökologischen Zielen, die sich der Verein gesetzt hatte und an denen wir als Team festhalten wollen.

Wo es hingehen soll

Mit diesem Zwiespalt leben, arbeiten und entscheiden wir bis heute. Glücklicherweise sind wir nicht allein. Immer mehr Unternehmen wollen mehr erreichen als bloße Gewinnsteigerung. Sie wollen einen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Einen Beitrag für die Umwelt. Einen Beitrag für die, mit denen sie zusammenarbeiten. Die Gemeinwohl-Ökonomie, kurz GWÖ, ist ein Ansatz, der all das mitberücksichtigen will. Wir von teilAuto finden uns in diesem Konzept wieder. Es entspricht unseren Wurzeln und unseren Zielen für die Zukunft. Natürlich wollen auch wir ein wirtschaftlich solide aufgestelltes Unternehmen sein. Aber wir wollen auch verantwortungsbewusst mit der Welt umgehen, die uns umgibt. Und wir wollen sie dort, wo wir Einfluss darauf nehmen können, ein bisschen besser machen.

Was steckt hinter einer Gemeinwohl-Bilanz?

Bei der Gemeinwohl-Bilanz geht es darum, zu erfassen, welchen Beitrag eine Organisation zum Gemeinwohl leistet. Sowohl Unternehmen als auch Gemeinden und Bildungseinrichtungen können bilanzieren. Seit 2011 haben das unter anderem Gemeinden in Spanien, Südtirol und Österreich sowie der Sportartikel-Hersteller VAUDE, die Sparda Bank München, der Bio-Tee-Handel Sonnentor und viele weitere getan.

Die Erstellung einer Bilanz erfolgt in drei Schritten:

1. Gemeinwohl-Bericht erstellen
2. das Ergebnis extern prüfen lassen (Audit)
3. die Gemeinwohl-Bilanz veröffentlichen

Im Bericht werden die Unternehmensaktivitäten in Bezug auf 20 GWÖ-Themen untersucht und beschrieben. Betrachtet wird dabei auch, wie die einzelnen Werte gegenüber verschiedenen Berührungsgruppen (Lieferant*innen, Mitarbeitende, Kund*innen usw.) gelebt werden. Davon wird abgeleitet, wie weit sich die Organisation bereits entwickelt hat. 

Die Gemeinwohl-Matrix ist ein Modell zur Organisationsentwicklung und Bewertung von unternehmerischen und gemeinnützigen Tätigkeiten. Sie beschreibt 20 Gemeinwohl-Themen inhaltlich und gibt Anleitungen zur Bewertung nach Gemeinwohl-Maßstäben. Die Gemeinwohl-Matrix ist die Basis für die Erstellung eines Gemeinwohl-Berichts.
Die Gemeinwohl-Matrix ist ein Modell zur Organisationsentwicklung und Bewertung von unternehmerischen und gemeinnützigen Tätigkeiten. Sie beschreibt 20 Gemeinwohl-Themen inhaltlich und gibt Anleitungen zur Bewertung nach Gemeinwohl-Maßstäben. Die Gemeinwohl-Matrix ist die Basis für die Erstellung eines Gemeinwohl-Berichts.

Das Gemeinwohl-Audit umfasst unabhängige Bewertungen sowie Feedback- und Entwicklungsgespräche. Das Prüfergebnis wird jeweils in einem Testat dargestellt. Nach erfolgreichem Audit kann das Testat in den Gemeinwohl-Bericht integriert werden. Damit ist die Gemeinwohl-Bilanz vollständig. Für den Zeitraum von zwei Jahren darf man sich dann als bilanzierendes Unternehmen der Gemeinwohl-Ökonomie ausweisen. Und das dürfen wir von teilAuto seit diesem Jahr auch. Hier finden Sie unseren ersten zertifizierten Gemeinwohl-Bericht.

Wie hat teilAuto bei der GWÖ-Bilanzierung abgeschnitten?

teilAuto hat 454 von 1.000 möglichen Punkten erreicht. Das ist ein guter Einstieg. Die Einschätzung und Bewertung der 20-Matrix-Themen hat uns dabei geholfen, zu sehen, wo wir noch Entwicklungsmöglichkeiten haben. Sie hat aber auch gezeigt, dass wir mit unserer Dienstleistung niemals 1.000 Punkte erreichen können. Da wir mit Autos arbeiten, gibt es Abzüge bei der ökologischen Nachhaltigkeit, die zum Beispiel ein Bikesharing-Anbieter nicht hätte. Auch in Sachen Zulieferkette ist es für uns schwierig. Darauf, wie und wo Automobilhersteller ihre Bauteile produzieren lassen, haben wir nur wenig Einfluss. Neben der eigentlichen Fertigung spielen hier auch noch die problematischen Bereiche Erdölgewinnung (für die Verbrenner) und der Abbau seltener Erden (für die E-Auto-Batterien) mit hinein. Sehr gut wurden wir dagegen beim ökologischen Nutzen für unsere Kund*innen und im Bereich sozial-ökologische Mittelverwendung eingeschätzt, da wir in emissionsarme Carsharing-Autos investieren, um den privaten Autobesitz zu reduzieren.

Unser Fazit

Die Gemeinwohl-Bilanzierung hat uns den Weg klarer aufgezeichnet, den wir gehen wollen. Sie hat uns Wegmarken gesetzt, sie hat uns Anregungen gegeben, wie wir uns weiterentwickeln können. Natürlich hoffen wir auch, mit der Bilanzierung insbesondere für öffentliche Auftraggeber attraktiver zu werden und Vergabebedingungen besser bedienen zu können. Wir werden sehen, was sich bis Ende 2021, wenn dieses erste Testat ausläuft, bereits getan hat und wir hoffen, dass Sie uns auf diesem Weg begleiten.